Einsatzstellen in Benin

R

Du möchtest dich sozial engagieren und das am besten im Ausland?

R

Du möchtest Perspektiven wechseln und dabei neue Erfahrungen sammeln?

R

Das weltwärts-Programm wird zu 75 % vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2018

In Benin bieten wir im Rahmen des weltwärts-Freiwilligendienstes 14 Einsatzstellen im Norden und Süden des Landes an.

Weitere Informationen zu den Projekten, die du in Benin unterstützen kannst, findest du hier.

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir damit meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten.

Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander. Wussten sie zum Beispiel, dass sich genauso wie über Europa, fünf Zeitzonen über diesen Kontinenten erstrecken? Und dass sich Benin in der gleichen Zeitzone wie Deutschland befindet? Benin ist auch ein Land, das von 67 Volksgruppen bewohnt wird, die 53 verschiedene Sprachen sprechen (keine Dialekte). Oder wussten Sie, dass Benins Regierungssitz nicht in der Hauptstadt Porto-Novo liegt? Wussten Sie, dass es in Benin weder Giraffen noch Zebras gibt?

Im Norden ist Benin durch ein trockenes Süd-Sahel-Klima mit nur einer Regenzeit gekennzeichnet, wohingegen es im Süden des Landes mit zwei Regenzeiten eher tropisch feucht ist.

Land und Leute

Deshalb wird die Landschaft auch immer grüner, fährt man einmal von Nord nach Süd durchs Land. Benin ist ein sehr flaches Land, nur im Norden erhebt sich das Atacora-Gebirge. Die Gegenden sind geprägt von Savannen, die aber in der Regenzeit sehr grün werden können. Im Süden des Landes befindet sich der 121 km lange Küstenstreifen, an den sich landeinwärts ein Lagunengebiet anschließt.

Das heutige Benin entstand aus dem Kerngebiet des alten Dahomey Reiches. Zusammengefasst mit anderen, unter französischer Macht stehender, Gebiete wurde es für 66 Jahre französische Kolonie, die 1960 ihre Unabhängigkeit erreichte. 1975 wurde das Königreich in „Volksrepublik Benin“ umbenannt. Nach zahlreichen Putschen, Regierungsumbildungen und einer sozialistischen Zeit, kam es 1990 zu einem für viele afrikanische Staaten modellhaften friedlichen Machtübergang. 1991 kam es zu ersten demokratischen Wahlen. Bei den fünften Präsidentschaftswahlen 2011 wurde der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Präsident der westafrikanischen Entwicklungsbank Dr. Thomas Boni YAYI mit einer überzeugenden Mehrheit zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt.

Die Flagge Benins, so wie sie heute ist, wurde das erste Mal 1958 benutzt, als Dahomey von Frankreich autonom wurde. Nach dem Ende der kommunistischen Regierungszeit wurde sie 1990 wieder eingeführt.

Die Flagge ist in den panafrikanischen Farben gehalten, die in vielen afrikanischen Flaggen zu finden sind. Es gibt zwei Interpretationsmöglichkeiten der Farben:

Das grün steht für Hoffnung oder den fruchtbaren Süden, das Gelb für den Wohlstand oder die Savannen des Nordens und das Rot steht für den Mut des Volkes oder das Blut, das für Unabhängigkeit und Freiheit vergossen wurde.

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Geschichte der Sklaven, dann stößt man häufig auf den Namen „Benin“. Dies liegt vor allem an der Kleinstadt Ouidah, die westlich von Cotonou an der Küste liegt. Sie war eines der größten Handelszentren Afrikas – Franzosen, Engländer, Holländer, Dänen und Portugiesen verschifften von dort aus „Ebenholz“, wie die Sklaven im Sprachgebrauch der Zeit hießen.

Heute erinnert Ouidah mit der 3 km langen „Route des Esclaves“ (Straße der Sklaven) an den Weg und die Tortur, welche die Menschen damals erleben mussten. Der Weg ist gesäumt mit Statuen, welche die verschiedenen Stationen der Sklaven darstellen sollen, unter anderem den Baum des Vergessens, den Frauen und Männer umrunden mussten, um ihre Identität zu vergessen. Beendet wird die Sklavenroute mit der „Porte de Non-Retour“ (Tür ohne Wiederkehr). Dort wurden die Sklaven zu den Booten geführt und schließlich verschifft. In den Zielländern angekommen, lebten sie dort ihren heimischen Glauben aus. So wird Benin oft als „Wiege des Voodoo“ bezeichnet. Vor allem im Süden des Landes üben viele Menschen diese Religion aus. Insgesamt sind es 17% der Bevölkerung. Friedlich leben sie mit den 42% Christen (die Mehrheit davon Katholiken) und den 28% Moslems zusammen.

Das wirtschaftlich schwache und flächenmäßig kleine Benin ist in den letzten Jahren aufgrund seiner funktionierenden Demokratie, seines inneren Friedens und Stabilität weltweit zu einem geachteten Partner geworden. Für 2004/05 wurde Benin als einer der Vertreter Afrikas in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewählt.

Als erste afrikanische Republik führte Benin 2005 ein Verbot von Beschneidungen von Frauen und Mädchen ein und ging damit einen großen Schritt in Sachen Frauen- und Menschenrechten.

Beim Index für menschliche Entwicklung (HDI) werden sowohl Lebenserwartung, Schulbesuch und Lebensstandard miteinbezogen. Trotz eines, für ein afrikanisches Land, guten wirtschaftlichen Wachstums, nimmt Benin auf dem HDI Platz 166 von 187 ein. Bei einem Bevölkerungswachstum von knapp 3% reicht auch ein Wirtschaftswachstum von ca. 5% nicht aus, um allen Menschen ein besseres Leben zu garantieren. Das führt dazu, dass 72% der Bevölkerung in Armut leben.

Wie häufig in afrikanischen Staaten gibt es auch in Benin eine sehr große Spanne zwischen Arm und Reich. Generell gibt es ein Gefälle vom reicheren Süden in den ärmeren Norden, aber in den großen Städten wohnen Arm und Reich oft Tür an Tür. So gibt es wunderschöne Häuser, wie man sie nicht einmal in Deutschland antrifft und daneben eine Lehmhütte. Allen gleich ist aber die Abhängigkeit von Grundwasser. Auch in reichen Familien gibt es oft Ziehbrunnen und auch Kochstellen für Feuer, da es oft für mehrere Stunden kein Wasser oder Strom gibt – dann gehen alle zum Brunnen, Arm und Reich.

Trotz der eingeführten Schulpflicht für sechs Jahre, gehen immer noch viele Kinder nicht zur Schule. Für viele Eltern sind Schulgeld, Uniform und Materialien einfach zu teuer.

Auswirkung hat diese Situation auch auf den Gesundheitssektor. Die medizinische Versorgung ist unzureichend, auf dem Land müssen die Menschen oft lange Fußmärsche hinter sich bringen, um einen Arzt zu erreichen. Dort angekommen, werden die Menschen oft nicht behandelt, da sie die Arztkonsultation und die Medikamente nicht bezahlen können. Besonders Kleinkinder sterben oft an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria oder Durchfallerkrankungen. Oft fehlt das Wissen um Hygiene, gesunde Ernährung und Schutzmaßnahmen bzw. ist es schwierig dieses Wissen auch umzusetzen. Über drei Viertel der Bevölkerung hat Zugang zu Trinkwasser, was aber nicht bedeutet, dass es sauber ist.

Benin betreibt viel Landwirtschaft, vor allem Baumwolle und Palmöl zählen zu den Exportgütern, so dass 32% des Bruttonationaleinkommens durch Landwirtschaft erwirtschaftet werden. Der Hauptanteil (54%) wird aber durch Dienstleistungen erzielt.

Bemerkenswert ist auch, dass von den 10 Millionen Einwohnern des Landes schon knapp eine Million in der industriellen Hauptstadt Cotonou wohnt. Dort befinden sich auch das Parlament, die meisten Ministerien, diplomatische Vertretungen, der Hafen und der einzige internationale Flughafen.

Einige interessante Fakten:

Fläche 112.622 km²

Hauptstadt Porto Novo

Amtssprache Französisch

Benachbarte Länder: Burkina Faso, Togo, Niger, Nigeria

Bevölkerung ca. 10 Mio.

Bevölkerung unter 15 Jahren 43%
Bevölkerungswachstum 2,8% (im Durchschnitt gebährt eine Frau 5 Kinder)

Bevölkerungsdichte 86,7 Einw./km²
Verstädterung 4,0%

Währung CFAF (655,957 = 1€)

Mobilfunkverträge 89,9%

Alphabetisierungsrate 42,4%; Frauen: 30,3%, Männer: 55,2%,
Lebenserwartung 60 Jahre (68 von 1000 Kindern sterben)
Gesundheitsversorgung 1 Arzt pro 10.000 Einwohner

Ernährung 20% der Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt
Zugang zu Wasser 75%
Zugang zu sanitären Einrichtungen 13%

HIV-Infizierte 60.000

Quellen: wikipedia.de, transafrika.org, CIA, Deutsche Botschaft Cotonou, Statistisches Bundesamt, erdpunkte.de

Kinderhilfe Westafrika e.V., Dorfstraße 18, 07987 Mohlsdorf, info@kinderhilfe-westafrika.de, Stand: Dezember 2013

Partnerorganisationen

In Benin arbeitet Kinderhilfe Westafrika e.V. mit drei Partnerorganisationen zusammen.

Action de Solidarité et de Promotion des Actions à la Base (ASPAB)


Die Organisation ASPAB engagiert sich mit verschiedenen Projekten für Waisenkinder, benachteiligte Kinder und Frauen. Das Waisenhaus Centre Tabitha Dorcas wurde 2010 gegründet und liegt im Dorf Mougnon. Derzeit leben 50 Kinder zwischen 4 und 17 Jahren im Waisenhaus, zahlreiche weitere Kinder werden in Familien betreut. Ziel des Projekts ist die Reintegration der Waisenkinder in die Gesellschaft. Zudem unterstützt ASPAB die Aktivitäten zahlreicher Frauengruppen, vor allem im Bereich Einkommensförderung.

Association DÉBORAH


Die Association DEBORAH hat ihren Sitz in Tanguiéta, im Norden Benins. Die Organisation leitet seit 2000 zwei Schneiderinnen-Ausbildungszentren in den Städten Tanguieta und Natitingou, im Norden Benins. In einer dreijährigen Ausbildung lernen die Mädchen und Frauen neben dem Schneidern auch lebenspraktische Dinge, wie die Herstellung von lokalen Säften, und bekommen bei Bedarf Alphabetisierungsunterricht. Die Organisation ermöglicht zudem zahlreichen Kindern aus schwierigen Lebensumständen, insbesondere Waisenkindern, den Zugang zu Bildung und fördert Witwen. Sie ist darüber hinaus Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in Notsituationen.

Maison pour l´Emergance sociale et la vie (ONG-MEV)


Die Partnerorganisation MEV hat ihren Sitz in Porto Novo und arbeitet seit 2013 im Bereich der Prävention und Sensibilisierung für Themen wie HIV/Aids und Familienplanung. Zudem führt sie ein Mikrokreditprogramm für über 150 Frauen. In dessen Rahmen können die Frauen Geld ansparen und Mikrokredite für ihre einkommensfördernden Aktivitäten bekommen. Zudem werden Alphabetisierungskurse, Workshops und Informationstage zu verschiedenen Themenbereichen wie Hygiene und Einkommensgenerierung für sie angeboten. Im Juni 2015 konnte des weiteren ein Informatikzentrum, in dem verschiedene IT-Kurse angeboten werden, eröffnet werden. Ein Zentrum für Frauen in Not befindet sich im Aufbau.

Filme über unsere Benin-Projekte

Waisenhaus Tabitha Dorcas
Centre Tabitha Dorcas in Benin – ein Zuhause für Waisenkinder