Einsatzstellen in Ghana

R

Du möchtest dich sozial engagieren und das am besten im Ausland?

R

Du möchtest Perspektiven wechseln und dabei neue Erfahrungen sammeln?

R

Das weltwärts-Programm wird zu 75 % vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2018

In Ghana bieten wir im Rahmen des weltwärts-Freiwilligendienstes 12 Einsatzstellen in verschiedenen Landesteilen an.

Weitere Informationen zu den Projekten, die du in Ghana unterstützen kannst, findest du hier.

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten. Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander.

Ghana liegt in Westafrika, angrenzend an die Elfenbeinküste im Westen, Togo im Osten und Burkina Faso im Norden. Mit einer Fläche von ca. 240.000 qkm besitzt Ghana in etwa die Größe Großbritanniens. Die Einwohnerdichte ist mit 26 Millionen Einwohnern wesentlich geringer als die Deutschlands.

Land und Leute

Die Landschaft Ghanas ist aufgrund unterschiedlicher Klimata sehr vielfältig. Insgesamt herrschen dort wie in allen tropischen Ländern Regen- und Trockenzeit, die aufgrund der Äquatornähe im Süden und Norden unterschiedlich ausgeprägt sind. Im feuchten Süden findet sich immergrüner Regenwald, während der Norden geprägt ist von einer Feucht-, Baum- und Grassavanne. Dort wird die Trockenzeit zwischen November und Februar vom Harmattan, dem Wüstenwind aus der Sahara, bestimmt. So ist es verständlich, dass der wesentlich fruchtbarere Süden auch wirtschaftlich besser gestellt ist. Die Armut ist dort geringer als im Norden, was neben den klimatischen Bedingungen aber unter anderem auch durch den über den Seeweg begünstigten Export von Rohstoffen, hauptsächlich Gold, aber auch Kakao (Ghana ist der zweitgrößte Kakaoexporteur), bedingt ist. Das Bewusstsein für die Umwelt kommt erst langsam bei der Bevölkerung an, durch Bergbau wurden Teile des Landes zerstört. Ein anderes großes Problem stellt illegal importierter Elektroschrott aus Europa dar, der insbesondere in der Hauptstadt Accra auf riesigen, giftigen Müllhalden verbrannt wird.

Die Amtssprache Ghanas ist Englisch, eine Hinterlassenschaft der Kolonialzeit. Immer noch existieren jedoch über 80 Völkersprachen, unter anderem Akan und Ewe. Seit dem 6. März 1957 ist Ghana unabhängig und wurde wenige Jahre später als erstes afrikanisches Land demokratisch. Seitdem ist die ehemalige „Goldküste“, wie sie in der Kolonialzeit aufgrund des großen Exports an Gold bezeichnet wurde, eine Republik.

Etwa 71% der Bevölkerung sind Christen. Im Alltag ist der Glaube der Menschen allgegenwärtig und sehr präsent. Shops mit Namen wie „By his grace“ gehören zum Straßenbild, genauso wie „God bless you“-Zurufe auf der Straße. Etwa 26% der Bevölkerung gehören einer Naturreligion an, ca. 16% sind Muslime. Die Grenzen der Religionen sind aber oftmals nicht eindeutig zu ziehen, da der Naturglaube noch sehr stark in den anderen Glaubensrichtungen verhaftet ist.

Die Lebenserwartung der Bewohner beträgt etwa 57 Jahre. Dies wird vor allem von der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit beeinflusst, die jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten schon deutlich gesunken ist, aber immer noch bei etwa 10% liegt. Obwohl auch die Infrastruktur sich mehr und mehr verbessert, ist die Ärzteversorgung sehr gering. Schätzungen ergaben, das in etwa jeder dritte Ghanaer an AIDS erkrankt ist.

Zwar gilt Ghana als eines der weiter entwickelten und reicheren Länder Afrikas, dennoch wird anhand des Human Development Index deutlich, dass es immer noch zu den ärmsten der Welt gehört. 79% der Einwohner müssen mit weniger als 2,80€ pro Tag auskommen. Das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner beträgt 350€ und entspricht damit (also) dem Pro-Kopf-BIP in Deutschland einer einzigen Woche. Obwohl sich das Bildungssystem und -angebot zusehends entwickelt und seit 1957 Schulpflicht herrscht, ist die Zahl der Analphabeten, insbesondere der ungebildeten Frauen groß: Etwa 35% (der Frauen) können weder lesen noch schreiben. Viele Kinder können nicht zur Schule gehen, da die Schulgebühren oftmals ein Hindernis darstellen. Viele Kinder müssen entweder durch Mithilfe bei der Feldarbeit oder durch den Verkauf verschiedener Dinge auf dem Markt dabei helfen, den Familienunterhalt zu bestreiten. Auch gibt es viele Kinder, Schätzungen zufolge mindestens 200.000, die frühzeitig ihre Eltern durch AIDS verloren haben und sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen. Allgemein ist die Familie, die in Ghana nicht nur die nächsten Verwandten, sondern die ganze Großfamilie mit einschließt, sehr wichtig und steht vor dem Wohl des Einzelnen. Wird beispielsweise ein Kind elternlos, ist es selbstverständlich, dass es von seinen Verwandten aufgenommen wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es dort wie ein eigenes Kind behandelt wird. Oftmals wird eben diesen Kindern der Schulbesuch verwehrt und ihre Mitarbeit im Haus und auf dem Feld wird umso mehr erwartet.

Partnerorganisationen

In Ghana arbeitet Kinderhilfe Westafrika e.V. mit drei Partnerorganisationen zusammen:

Firm LifeLine Ministries - FLM

Die Partnerorganisation Firm LifeLine Ministries (FLM) wurde vom Pastorenehepaar Daniel und Elizabeth Ayembilla gegründet und hat ihren Sitz in Jirapa, einer Kleinstadt im Nordwesten Ghanas. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, marginalisierte Gruppen zu unterstützen und ihnen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen. Dies geschieht unter anderem im Rahmen eines Nachhilfeprogramms für Waisenkinder und Kinder aus schwierigen Lebenssituationen (siehe OVC Programm) sowie mit Hilfe von Alphabetisierungskursen und verschiedenen Workshops zur Einkommensförderung für Frauen. Zudem baute die Organisation FLM mit Unterstützung der Stiftung Nord-Südbrücken ein Informatikzentrum für Kinder und Jugendliche. Seit 2009 entsendet die Kinderhilfe Westafrika Freiwillige in dieses Projekt.

Christ Frontiers Mission International - CFMI


Christ Frontiers Mission International (CFMI) ist ein Verein, der sich seit 2001 im Norden Ghanas im Rahmen gemeinwesenbasierter Projekte für benachteiligte Bevölkerungsschichten einsetzt. Diese liegen überwiegend im Bereich Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung. In Bolgatanga und Zuarungu, im Nordosten Ghanas, betreibt der Verein zwei International Frontiers Schulen, die aus Kindergarten, Vor- und Grundschule bestehen. Zudem hat der Verein mehrere Gemeinwesenprojekte in der Region aufgebaut, in deren Rahmen u.a. Jugend- und Frauengruppen, sowie Waisenkinder und benachteiligte Kinder gefördert werden.

Methodist Development and Relief Services


Die Methodist Development and Relief Services ermöglichen armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen in 22 Gesundheitszentren landesweit den Zugang zu Gesundheitsdiensten und führen Aufklärungskampagnen zu Themen wie HIV/Aids und Hygiene durch. Die Methodist Lawra Clinic ist eines dieser Gesundheitszentren und liegt im Nordwesten Ghanas, nahe der Grenze zu Burkina Faso. In der Klinik sowie im Rahmen mobiler Einsätze in den umliegenden Dörfern werden jährlich mehr als 16.000 Konsultationen durchgeführt. Zudem ist ein Heim für Waisenkinder und benachteiligte Kinder an die Klinik angegliedert.

Filme über unsere Ghana-Projekte

Kinder in Ghana