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Burkina Faso

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten. Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander. Wussten Sie zum Beispiel, das Burkina Faso das Land mit den meisten Motorrädern auf der Welt ist? Oder das zum Transport von vielen Waren am häufigsten Eselkarren und Fahrräder genutzt werden? Es ist auch das Land, mit dem vielleicht lustigsten Hauptstadtnamen der Welt. Haben Sie schon einmal versucht „Ouagadougou“ auszusprechen?

Land und Leute

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten. Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander. Wussten Sie zum Beispiel, das Burkina Faso das Land mit den meisten Motorrädern auf der Welt ist? Oder das zum Transport von vielen Waren am häufigsten Eselkarren und Fahrräder genutzt werden? Es ist auch das Land, mit dem vielleicht lustigsten Hauptstadtnamen der Welt. Haben Sie schon einmal versucht „Ouagadougou“ auszusprechen?

Im Norden ist Burkina Faso von der Sahelzone der Sahara gekennzeichnet. Hier leben Nomadenvölker wie die Tuareg oder die Fulbe. Je südlicher man kommt, desto grüner wird die Landschaft auch. Die Gegenden sind geprägt von kleinen Hügeln und Graslandschaften. Dazwischen reihen sich die kleinen Lehmhütten mit Stroh- oder Wellblechdächern. Während der Regenzeit findet man überall kleine Seen mit Seerosen und man bekommt ab und an das Gefühl, man ist nicht in Burkina Faso, sondern irgendwo in der Mecklenburger Seenplatte. Burkina Faso heißt übersetzt „das Land der aufrechten Menschen“. 1983 putschte sich Thomas Sankara an die Spitze der Macht und änderte den Landesnamen Obervolta in Burkina Faso um. Die ehemalige französische Kolonie erlangte 1960 seine Unabhängigkeit und erlebte seitdem verschiedene Zivil- und Militärregierungen. 1987 gelangte Blaise Compaoré durch einen Putsch an die Macht und regierte daraufhin 27 Jahre lang über vier Amtszeiten. Als er sich Anfang 2014 durch eine geplante Verfassungsänderung sogar noch eine fünfte Amtszeit sichern wollte, erhob sich das Volk und es kam zu großen Demonstrationen sowie gewerkschaftlichen Streiks. Compaoré trat zurück, und nach einer knapp zwölf Monate anhaltenden Übergangsregierung und eines gescheiterten Putschversuchs des Militärs regiert nun seit dem 29. Dezember 2015 Roch Marc Kaboré.

Besonders beachtenswert ist die Tatsache, dass in Burkina Faso verschiedene Volks- und Religionsgruppen schon seit vielen Jahren friedlich zusammen leben. Ca.60% gehören dem Muslimischen Glauben an, ungefähr 25% bekennen sich zu lokalen Naturreligionen und ca. 15% sind Christen. Wer einmal in diesem Land in Westafrika zu Gast war, wird sich im Nachhinein immer an die Freundlichkeit und Offenheit dieser Menschen erinnern.

Trotz großer Anstrengungen zählt Burkina Faso nach wie vor zu den ärmsten Ländern unserer Erde. Auf dem Index für menschliche Entwicklung nimmt es Platz 177 von 182 ein. Das bedeutet, dass viele Burkinabé (so werden die Einwohner genannt) unter der Armutsgrenze von 1 US$ am Tag leben müssen und nur 1% mehr als 2 US$ am Tag zur Verfügung hat. Leidtragende dieser Situation sind vor allem Frauen und Kinder. Sie haben keinen Zugang zu Bildung und Ausbildung, Betriebsmitteln und bezahlter Arbeit. Laut Gesetzt besteht 7 Jahre Schulpflicht, jedoch besucht nur eins von drei Kindern die Schule, wobei mehr Jungen als Mädchen die Chance auf Bildung haben. Viele Eltern können jedoch weder Schulgeld noch Kosten für die Schuluniform oder Unterrichtsmaterialien aufbringen. Auswirkung hat diese Situation auch auf den Gesundheitssektor. Die medizinische Versorgung ist unzureichend, auf dem Land müssen die Menschen oft tagelange Fußmärsche hinter sich bringen, um einen Arzt zu erreichen. Dort angekommen, werden die Menschen oft nicht behandelt, da sie die Arztkonsultation und die Medikamente nicht bezahlen können. Ein Tag im Krankenhaus mit einer ordentlichen medizinischen Versorgung kostet so viel wie ein Monatsgehalt von einem guten Durchschnittsverdiener! Besonders Kleinkinder sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria oder Typhus. Oft fehlt einfach das Wissen um Hygiene und gesunde Ernährung. Nur etwa die Hälfte der ländlichen Bevölkerung hat Zugang zu Trinkwasser.

Einige interessante Fakten:

Fläche 274.200 km²

Hauptstadt Ouagadougou

Amtssprachen Französisch, Moré, Dioula, Ful

Benachbarte Länder: Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana, Elfenbeinküste

Bevölkerung 2013: 16,93 Mio.
Bevölkerungswachstum 3,1% (Geburtenrate: 6,4 Kinder pro Frau)

Bevölkerungsdichte 51 Einw./km²
Verstädterung 18,3%

Alphabetisierungsrate 23 %; Frauen: 15,2%,
Männer: 29,4%,
Lebenserwartung 53 Jahre (204 von 1000
Kindern sterben bis zum Alter von 5 Jahren)
Gesundheitsversorgung 1 Arzt pro 27.000 Einwohner

Ernährung 38% der Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt
Zugang zu sauberem Wasser 61%
Zugang zu sanitären Einrichtungen 13%

Bobo Dioulasso liegt im Südwesten von Burkina Faso in der Provinz Houet. Sie ist die zweitgrößte Stadt des Landes und zählt 500.000 Einwohner. Ihr Name bedeutet so viel wie „Häuser, in denen die Bobo leben“. Gegründet wurde die Stadt im 15. Jahrhundert und trug den Namen Sya. Die „Bobo“ leben dort allerdings seit 1050. Bobo Dioulasso liegt im fruchtbaren Teil des Landes und hat dadurch eine große wirtschaftliche Bedeutung. Touristen ist die Große Moschee aus Lehm bekannt. Vier Monate dauert die Regenzeit und danach sind die Hügel rundum in ein sattes Grün getaucht. In der Zeit von Dezember bis Februar ist es sehr kühl. Danach wehen wieder die heißen Harmatan-Winde aus der Sahara und die Temperaturen steigen. Die Stadt ist ein Gewirr aus Straßen. Überall findet man Händler bei denen man einfach alles kaufen kann: Handykarten, Sonnenbrillen, Schnürsenkel, Taschentücher und vieles mehr. Jungen waschen an Straßenkreuzungen Autofrontscheiben oder putzen Schuhe. Über allem liegt der Duft der vielen Garküchen am Straßenrand.

Partnerorganisation

Association Dorcas de Lafiabougou (Dorcas-Center)

Dorcas, auch als Tabitha bekannt, bedeutet Gazelle. Sie war eine Jüngerin Jesu und half armen Witwen und nähte ihnen Kleider. Als sie starb, riefen die Frauen Petrus und klagten ihm ihr Leid. Petrus weckte sie daraufhin von den Toten auf. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen (Apostelgeschichte 9:26-42)

Elisabeth Oubda gründete 2001 den Verein Association Dorcas de Lafiabougou in Bobo Dioulasso. Sie hat es sich, gemeinsam mit ihrem Mann Pastor Moise Oubda, zur Aufgabe gemacht, Waisenkindern sowie Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen eine Zukunft zu geben. Schrittweise wurden ein Bildungszentrum aufgebaut, das ein Ausbildungszentrum für Mädchen, ein Waisenkinderprogramm, ein Kindergarten sowie ein Ausbildungs- und Fußballzentrum für Jungen umfasst. Inzwischen ist das Dorcas-Center weit über die Landesgrenzen hinaus für seine gute Ausbildung bekannt, bereits über 800 junge Frauen konnten mit einer eigenen Nähmaschine in die Selbstständigkeit geführt werden.

Kinderhilfe Westafrika e.V. unterstützt Association Dorcas von Anfang an.

FILME ÜBER UNSERE Burkina-Faso-PROJEKTE

Der zugeschnittene Traum – 2017
Abschlussfeier Dorcas Mädchen 2016
Containerankunft 2016
Kinderhilfe Westafrika Dorcas Zentrum
Einweihung der Kirche in Matourkou – 2016
15 Jahre Association Dorcas Burkina Faso – 2016