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Zukunft vor Ort

Dorcas - Ausbildungszentrum für Jungen

Dorcas Jungs.2016

Bildung und Sport

In Burkina Faso sind viele Kinder bereits in jungen Jahren auf sich gestellt, sei es, weil sie verwaist sind oder weil sich niemand in ihrer Familie um sie kümmert. Vor allem die Mütter sind alleine für die Versorgung ihrer leiblichen Kinder verantwortlich und damit überfordert. Mangelversorgung und Verwahrlosung erhöhen das Risiko für Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Gewalt und Kriminalität. Viele Jungen landen irgendwann auf der Straße. Um ihnen einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Armut anzubieten, planten Elisabeth Oubda und ihr Mann Pastor Moise Oubda das Jungs-Projekt. Sie bauten das Projekt zunächst aus eigenen Mitteln auf. Seit 2012 unterstützt Kinderhilfe Westafrika e.V. sie dabei. Mittels Spenden und Fördermitteln konnten ein Fußballplatz und ein Lehrgebäude mit vier Klassenräume gebaut werden. Ausstattung und Werkzeug für die Ausbildung, die tägliche warme Mahlzeit und die Sportgeräte für die Trainingsnachmittage wurden Dank finanzieller und materieller Unterstützung durch Spender möglich. Mittlerweile werden über 50 Kinder im Projekt betreut. Zukünftig können bis zu 80 Jungen aufgenommen werden. 

„Das Ziel des Projektes ist es, die Jungen ein für allemal von der Straße zu holen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie etwas aus ihrem Leben machen können und dass sie ein Leben abseits von bitterer Armut führen können“ erzählt Moise Oubda, „Jeder einzelne der Jungen kommt aus schwierigen Verhältnissen. Viele lebten freiwillig auf der Straße, weil sie es zu Hause nicht mehr ausgehalten haben!“ Doch wie macht man das Projekt bekannt und kommt mit den Jungen in Kontakt? Sport und vor allem Fußball weckt bei Jungen immer Interesse! Der Projektleiter vor Ort ist Siebou Da - ein junger Mann mit einem großen Herzen für die Jungen. Er spricht sie auf der Straße an und lädt sie zum Fußballspielen ein. Meist begleitet er die Kinder zu ihren Eltern oder Verwandten und bittet um deren Erlaubnis. „Man merkt den Jungen an, wie schwer ihr Leben ist und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Die ersten Tage im Projekt mit ihnen sind oft sehr schwierig, denn ihnen fehlt häufig jede Disziplin. Mit Hilfe des Fußballspielens fällt es ihnen meist leichter, sich ins Projekt einzuordnen.“ Siebou Da trainiert jeden Nachmittag mit den Jungen Fußball, Volleyball und Leichtathletik. Das hilft ihnen sich ins Projekt einzuordnen und die Rangeleien untereinander hinter sich zu lassen. Die Zugehörigkeit zu einer Mannschaft durch das Tragen des Trikots und die Anerkennung durch das Publikum stärken das Selbstwertgefühl der Jungen. Bei aller Sportbegeisterung liegt das Ziel des Jungs-Projektes vor allem darin, den Kindern eine Ausbildung und damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Jungen können eine Ausbildung zum Schreiner, Schweißer, Schneider oder Elektriker absolvieren. Neben dem berufsbezogenen Unterricht in Theorie und Praxis, lernen sie Lesen, Schreiben und Rechnen. Da die meisten nur Dioula sprechen, steht auch Französisch auf dem Lehrplan.

 

„Häufig ist es für die Jungen das erste Mal in ihrem Leben, dass sich jemand für sie interessiert, sich mit ihnen beschäftigt, ihnen etwas zutraut. Nach und nach merken sie, dass sie etwas wert sind. In diesem Moment werden die Veränderungen sichtbar. Es bewegt und motiviert mich immer wieder zu sehen, wie die Kinder aufblühen. Für jeden einzelnen von ihnen lohnt sich dieses Projekt!” erzählt Siebou Da begeistert.

Der Arbeitstag im Jungs-Projekt beginnt um 8:00 Uhr. Die meisten sind jedoch schon eher da. Sie freuen sich auf den Unterricht. Die Lehrer fordern bei den praktischen und theoretischen Übungen große Konzentration und Disziplin. In den Pausen ähneln die Jungs allen anderen Jungen auf der Welt. Siebou Da muss dann Autorität beweisen und die wilde Horde im Zaum halten. Mittags bekommen alle eine warme Mahlzeit. Ein regelmäßiges warmes Mittagessen ist für die Jungen etwas ganz Besonderes und kann seit kurzem angeboten werden. 14:30 Uhr treffen sich alle auf dem Sportplatz. Trikots und Schuhe werden angezogen und dann können die Jungs endlich ihrem Bewegungsdrang bei Fußball, Volleyball und Leichtathletik freien Lauf lassen.

Jeder versucht sein Bestes zu geben und dem wachsamen Trainer Siebou Da positiv aufzufallen. Die Jungen lernen in einer Mannschaft miteinander zu kämpfen und einander zu unterstützen. Natürlich sind sie auch ehrgeizig und träumen von sportlichen Erfolgen. Sie haben bereits an einigen lokalen Turnieren teilgenommen. Gegen 17:30 Uhr endet das Training. Einige der Jungen gehen nach Hause zu ihren Familien. Die anderen werden die Nacht wieder auf der Straße verbringen. Doch alle freuen sich auf den nächsten Tag im Jungs-Projekt. Hier schenkt man ihnen Lebensfreude und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Burkina Faso: Land und Leute

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten. Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander. Wussten Sie zum Beispiel, das Burkina Faso das Land mit den meisten Motorrädern auf der Welt ist? Oder das zum Transport von vielen Waren am häufigsten Eselkarren und Fahrräder genutzt werden? Es ist auch das Land, mit dem vielleicht lustigsten Hauptstadtnamen der Welt. Haben Sie schon einmal versucht „Ouagadougou“ auszusprechen?

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Burkina Faso - Projektstandort

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